Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
COSTEN-SYNDROM
Costen Syndrom
Manche Autoren schreiben den Begriff "Costen-Syndrom" ohne Bindestrich (Costen Syndrom).
Beim Costen-Syndrom handelt es sich um einen Gesichtsschmerz (Prosopalgie), der von der Gesichtsmuskulatur aufgrund einer Fehlfunktion des Kiefergelen ks ausgeht.
Ein chronischer Gesichtsschmerz tritt in zwei Formen auf:
Pri märer
Gesich tsschmerz:
Dieser Begriff bezeichnet einen Schmerz, der nicht als Symptom auf eine
organische Grundkrankheit zurückzuführen ist und deshalb auch nicht kausal
(= ursächlich)
behandelt werden kann. Die Diagnose "pri märer
Gesichtschmerz" ist erst
dann definitiv, wenn alle möglichen Ursachen durch Untersuchungen ausgeschlossen
wurden. Dies bedeutet, daß zum Ausschluß möglicher Grundkrankheiten verschiedene
Fachbereiche an der Diagnosestellung beteiligt sein müssen.
Chronischer
sekun därer
oder symp tomatischer
Gesich tsschmerz:
Dieser Begriff
bezeichnet einen Schmerz, der als Symptom (=
Krankheitszeichen)
auf eine faßbare organische
Grundkrankheit zurückzuführen ist. Zu dieser Gruppe gehört demnach auch das
Costen-Syndrom.
Die Bezeichnung „Costen Syndrom“ wird zunehmend durch den Begriff „myofaziale
Dysfunktion“ (=
muskuläre Feh lfunktion im Gesich tsbereich)
ersetzt.
Patienten mit einem Costen Syndrom verspüren Schmerzen hauptsächlich im
Schlä fenbereich
und am seitlichen Oberkiefe r. Öfters strahlen die Schmerzen auf
der selben Seite auch ins Oh r, zur Stir n und / oder in die Augenhöhle aus.
Beim
Costen Syndrom liegt eine Fehlfunktion des Kiefergelen
kes vor, wofür
verschiedene Ursachen in Frage kommen können:
schlecht sitzende Prothese,
Fehlen der hinteren Mahlzähne oder eine
Bißanomalie.
Die Feh lfunktion führt
schließlich zu einer
Kiefergelenksarthrose. Häufig kauen die Patienten nur
einseitig.
Oft finden sich bei der Auskultation
(= Abhorchen)
beider Kiefe rgelenke unterschiedliche Okklusionsgeräusche
(= Verschlußgeräusche).
Therapie beim
Costen-Syndrom:
Zunächst sollte die Vorstellung bei einem
Kieferorthopäden erfolgen, mit der gezielten Frage, ob die Verordnung einer sog.
Aufbißschiene angezeigt ist.
Spezielle Schmerztherapie beim Costen Syndrom
Beim Costen-Syndrom hat sich eine in kürzeren Abständen wiederholte Infiltration der
Kaumuskulatur mit einem lang wirkenden
örtlichen Betäubungsmittel
(z.B.
Bupivacain 0,25-0,5%) bewährt, ebenso Blockaden
(= Betäubungen)
der beteiligten Ner ven
im Gesich tsbereich
(supraorbitalis, infraorbitalis und auriculotemporal is).
Als nächst höhere Therapiestufe kommen dann engmaschige Blockaden des Ganglion
cervicale superior*
(= eine vegetative Schaltstelle im hinteren Rachenbereich)
oder auch des Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in Frage. Das Ganglion stellatum kann auch
kontinuierlich mittels
eingepflanztem Katheter betäubt werden.
Vor allem in Hinblick auf ein mögliches Rezidiv (= Rückfall) ist beim Costen Syndrom ein EMG-Biofeedback (= Registrierung und Rückmeldung der bioelektrischen Muskelaktivität) zu empfehlen.
* Die Blockade des Ganglion cervicale superius erfolgt als GLOA (= Blockade mit einem Opium-ähnlichen Wirkstoff), der Nachteil gegenüber der Verwendung eines Lokalanästhetikums (= örtliches Betäubungsmittel) ist aber, daß die Wirkung auch bei wiederholter Anwendung kaum anhaltend ist, da die sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Komponente nur gering oder gar nicht ausgeprägt ist.
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Zu diesem Wahlrecht gibt es mittlerweile auch ein Urteil des hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.
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